Propangastank-Prüfungen: Welche Vorschriften sind zu beachten?

Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland nutzen Propangas. Ob zum professionellen Einsatz in der Industrie oder auch in privaten Haushalten – Propan ist ein vielseitiger Energieträger mit zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten. Propan eignet sich nicht nur zum Heizen eines Hauses oder als Energiequelle für den Herd, es kann darüber hinaus den gesamten Wärmebedarf decken. Insbesondere in ländlichen Gebieten, in denen kein Erdgasanschluss zur Verfügung steht oder in Wasserschutzgebieten stellt Propan eine zuverlässige Alternative zum Heizen mit Öl dar.

Im Gegensatz zu einem Erdgasanschluss ist ein Gastank als Behälter erforderlich, wenn man mit Propan heizen möchte. Und natürlich gelten diezbezüglich einige Vorschriften. Außer den Installationsvorschriften, die in der Norm DVFG TRF-2012 vom Deutschen Verband Flüssiggas festgelegt sind, schreibt auch das Gesetz Prüfungen vor.

Gastank-Prüfung: alle zwei, fünf oder 10 Jahre?

Die Prüfung eines Propangastanks ist im Gesetz über technische Arbeitsmittel (Gerätesicherheitsgesetz) festgelegt. Der Gastank fällt unter die in Kapitel 2 genannten Druckbehälteranlagen, die Risiken mit sich bringen und folglich überprüft werden müssen. Seit 2003 ersetzt die Betriebssicherheitsverordnung die Druckbehälterverordnung. Die bestehenden Technischen Regeln für Druckbehälter (TRB) und Flüssiggas (TRF) finden weiterhin Anwendung.

Jede Propangasanlage muss vor der Inbetriebnahme von einer diesbezüglich befähigten Person* geprüft werden. Nach der ersten Prüfung folgen wiederkehrende Prüfungen, die je nach Tank unterschiedlich sind. Für einen Gastank, der in einem Privathaushalt genutzt wird (bis 6.700 Liter), gelten beispielsweise die folgenden Regeln:

  • Ein Tank muss alle zwei Jahre von einer befähigten Person* einer äußeren Prüfung unterzogen werden.
  • Bei oberirdisch aufgestellten Tanks muss alle 10 Jahre eine innere Prüfung von einer zugelassenen Überwachungsstelle* vorgenommen werden. Falls der Tank ausschließlich mit Propan gefüllt wird, das dem Reinheitsgrad entspricht, und keine Einbauten hat, kann bei der inneren Prüfung ersatzweise eine Wanddickenmessung von außen durchgeführt werden, eine Inspektion der Innenwand ist in diesem Fall nicht notwendig.
  • Bei unterirdischen Tanks mit einem besonderen Schutz gegen äußere chemische oder mechanische Einflüsse muss alle 10 Jahre eine innere Prüfung von einer zugelassenen Überwachungsstelle durchgeführt werden.
  • Alle 10 Jahre ist eine sog. Festigkeitsprüfung (ein Drucktest) erforderlich, die von zugelassenen Überwachungsstellen bei Tanks vorgenommen werden muss, die ganz oder teilweise aus druckfestem Feinkornbaustahl hergestellt wurden. Diese Prüfpflicht gilt auch bei unterirdischen Tanks, die nicht mit einem besonderen Schutz gegen äußere chemische oder mechanische Einflüsse ausgestattet sind, oder wenn bei der inneren Prüfung Mängel festgestellt wurden.
  • Tanks ohne besonderen Schutz gegen äußere chemische oder mechanische Einflüsse (hierzu zählen beispielsweise Gastanks mit Bitumenumhüllungen und zusätzlichem kathodischen Korrosionsschutz oder zusätzlichem Außenbehälter und Lecküberwachung oder einer besonderen Kunststoffaußenbeschichtung) müssen alle fünf Jahre einer inneren Prüfung durch eine zugelassene Überwachungsstelle unterzogen werden.
  • Für unteridische Tanks ist ein Prüfverfahren entwickelt worden, bei dem der Deckel nicht geöffnet werden muss:
  • Schallemissionsprüfung: ein Test bei dem Fehler im Material oder an den Schweißnähten festgestellt werden. Es handelt sich hierbei um ein Prüfverfahren, das oft als zerstörungsfreies Prüfverfahren bezeichnet wird.
  • Stromeinspeiseverfahren: eine alternative innovative Methode, bei dem anhand der gemessenene Stromleitfähigkeit der Tankisolation Rückschlüsse auf deren Unversehrtheit gezogen werden können. Ausführung bei der ersten zehnjährigen Prüfung.

Darüber hinaus sind erneute Prüfungen vorgeschrieben, wenn wesentliche Änderungen oder Reparaturen vorgenommen wurden oder wenn der Betrieb länger als ein Jahr unterbrochen war.

Gastankprüfungen für eine zuverlässige Funktionsfähigkeit

Neben dem Gastank unterliegt auch die Verbindungsleitung zur Heizung einer wiederkehrenden Prüfpflicht. Die äußere Prüfung gilt insbesondere dem Produkt selbst, der Funktionalität der verschiedenen Teile und der Einhaltung der entsprechenden Voraussetzungen. Seit dem Inkrafttreten der Betriebssicherheitsverordnung werden die Sicherheit und eine zuverlässige Funktionsfähigkeit eines Gastanks als wichtigste Ausgangspunkte für die Vorschriften und Bestimmungen angesehen. Bei professioneller Verwendung gelten unter bestimmten Umständen ergänzende Vorschriften, die ebenfalls in der Betriebssicherheitsverordnung und den TRF enthalten sind.

*  Flüssiggasanlagen sind durch zugelassene Überwachungsstellen (ZÜS/Dekra/TÜV), befähigte Personen und/oder Fachbetriebe bzw. TRF-Sachkundige auf einwandfreien Zustand zu prüfen. Der Unterschied zwischen einem Sachkundigen/Fachbetrieb nach TRF und einer zur Prüfung befähigten Person ist in der Tatsache begründet, dass der Sachkundige insbesondere mit dem Aufbau eines Gastanks und allem, was dazugehört, vertraut ist. Hierunter fallen beispielsweise Kenntnisse der Vorschriften im Bereich der Rohrleitungen und Heizsysteme oder der Installation eines Gasapparats. Eine „zur Prüfung befähigte Person” dagegen ist ein Propan-Spezialist. Er kennt die Vorschriften und Bestimmungen in Bezug auf das Aufstellen und die Prüfung von Propangastanks sowie die Vorschriften in Bezug auf alle dazugehörigen Ausrüstungen und Sicherheitseinrichtungen. Er kann beurteilen, ob ein Gastank und die Verbindungsleitung sicher betrieben werden können.

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