Glyphosat verbannt: Was bedeutet das für die professionelle Unkrautbekämpfung und die Kunden dieser Branche?

Geschrieben von Jeroen van den Bos am 30. Oktober 2019

Koornbeemd 5„Natürlich verzichten wir lieber auf chemische Bekämpfungsmittel, auch wenn das aus wirtschaftlicher Sicht weniger interessant ist. Wir müssen sparen, wo immer wir können, müssen aber auch alle gemeinsam die Natur schützen. Es ist eine Frage der Gewöhnung, sowohl für Kunden als auch für Auftraggeber“, erläutert Riny van de Zanden, Geschäftsführer bei De Koornbeemd, einem Experten für Kulturbautechnik und Tiefbau. In diesem Gespräch erzählt er über die Suche nach einer Alternative für chemische Mittel und die Entscheidungen, die er getroffen hat.

Unkrautbekämpfung ohne chemische Mittel  
Die einfachste und preiswerteste Art der Unkrautbekämpfung auf gepflasterten Oberflächen ist es, chemische Mittel wie zum Beispiel Glyphosat (bekanntester Markenname Roundup) zu sprühen. Der große Nachteil dabei ist jedoch, dass diese Unkrautvernichtungsmittel ins Oberflächenwasser gelangen und dort Pflanzen, Tieren und Menschen schaden. Aus diesem Grund ist es Behörden, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen seit 2016 verboten, dieses Mittel zu verwenden. Viele Privatpersonen wissen allerdings nicht, dass der Gärtner ihre Terrasse nicht mehr sprühen darf, sie selbst hingegen schon. „Chemische Unkrautbekämpfung ist absolut fehl am Platze, wenn wir unsere Verantwortung für die Natur ernst nehmen“, so Riny van de Zanden. „Wenn wir unseren Privatkunden mitteilen, dass wir nicht mehr mit chemischen Mitteln arbeiten, bekommen wir jetzt allerdings regelmäßig zu hören, dass man es dann eben selbst macht. Das ist jedoch nicht wirklich ratsam, denn gerade weil Privatpersonen den Umgang mit diesen Mitteln nicht erlernt haben und somit weder die Mittel noch die richtigen Mischverhältnisse kennen, werden derzeit etwa10-15 % mehr gesprüht als vorher. Ich gehe jedoch davon aus, dass ein Mittel wie Glyphosat in den nächsten paar Jahren auch für Privatpersonen verboten wird. Und das zu Recht, schließlich gibt es Alternativen und dann sollte man nicht an der Chemie festhalten.“  
 
Mechanische Alternativen…
Wenn man Terrassen und Gehsteige ohne chemische Mittel sauber halten möchte, steht man in der Praxis vor einer größeren Herausforderung als gedacht. Anpassungen sind unumgänglich. Und zwar sowohl in unserer Arbeitsweise als auch in Bezug auf unsere Erwartungshaltung. Im Prinzip stehen verschiedene alternative Methoden zur Verfügung, mechanische oder thermische. Welche Entscheidung letzten Endes getroffen wird, hängt von den (Investitions-) Kosten, der Effektivität und der Effizienz ab. Bei De Koornbeemd hat man sich bereits entschieden. Riny van de Zanden: „Wir haben alle Möglichkeiten ausprobiert und dabei mit einer Bürstmaschine angefangen. Eine effektive Technik mit dem Vorteil, dass man den Erfolg sofort sieht. Der große Nachteil ist dagegen, dass sie das Pflaster beschädigt. Die Stahlbürste hinterlässt weiße Streifen. Danach haben wir versucht, mit dem Freischneider zu mähen, und zwar in Kombination mit der Bürste. Leider sind Gelände niemals komplett leer. Eigentlich befinden sich immer Autos, Stadtmöbel oder Fassaden in der Nähe. Und wenn man bedenkt, dass bei dieser Technik alles, was auf dem Boden liegt, mitgenommen und herumgeschleudert wird, liegt es auf der Hand, dass viele Schäden verursacht werden können. Wir wurden in dieser Zeit mit so vielen Haftungsansprüchen konfrontiert wie noch nie zuvor.“
 
 … und thermische Alternativen
„Nach diesen Tests haben wir uns gefragt, ob das Waven (Heißwassermethode) oder das Abflammen dann besser geeignet ist“, fährt Riny van de Zanden fort. „Wir haben uns für das Abflammen entschieden, und zwar aus dem ganz einfachen Grund, dass die erforderliche Investition deutlich niedriger ist als die Mittel, die man für Heißwasser benötigt. Außerdem ist die Heißwassermethode arbeitsintensiver. Wir haben es zunächst mit einem Handbrenner getestet. Das ist jedoch für die professionelle Nutzung nicht effektiv genug. Die Maschine, die wir derzeit verwenden, lässt sich vollständig auf Geschwindigkeit einstellen. Wir gehen mit einer Geschwindigkeit von ca. 4-5 km pro Stunde über das Pflaster und die Maschine brennt das Stück darunter bis zu den Wurzeln weg. Anschließend bleibt es 6-8 Wochen recht sauber. Das bedeutet, dass wir pro Saison 4 bis 5 Mal wiederkommen.“
 
Vor- und Nachteile beim Abflammen von Unkraut
„Das Abflammen ist teurer als das Bürsten, da man beim Bürsten eine höhere Produktivität erzielt. Außerdem wird der Erfolg beim Bürsten sofort sichtbar, beim Abflammen hingegen dauert es noch etwa zwei Wochen, bevor das Unkraut auch wirklich verschwunden ist. Das entspricht nicht der Vorstellung, die Kunden haben, wenn sie uns beauftragen. Aber dennoch ist das alles eine Frage der Gewöhnung. Es handelt sich nämlich um eine umweltfreundliche Methode, die keine Belästigung oder Schäden verursacht. Außerdem kann sie jederzeit angewandt werden, unabhängig von der Umgebung. Insbesondere öffentliche Einrichtungen wie Kommunen bevorzugen diese Methode, weil sie sehen, dass das Bürsten Schäden verursacht. Aber auch für Privatpersonen ist es eine tolle Alternative. Sie können sich zu Hause ganz einfach mit einem Handbrenner an die Arbeit machen und dadurch auf chemische Mittel verzichten.“
 
Unkraut abflammen mit Propan
„Der Unkrautbrenner funktioniert mit Propan. In der Hochsaison, wenn wir also einen ganzen Tag lang abflammen, verbrauchen wir etwa 2,5 bis 3 Gasflaschen pro Tag. Diese werden von Jewagas geliefert und bei uns gelagert, damit wir immer einen Vorrat haben. Die Gasflasche ist sicher unter der Haube der Maschine angebracht. Dennoch haben wir immer einen Feuerlöscher bei uns und auch noch einen im Bus. Es dauert nur fünf Sekunden, bis man so eine Flasche gewechselt hat. Und diese Gasflaschen haben den großen Vorteil, dass man sie auch für den Handbrenner benutzen oder im Winter den Baucontainer damit heizen kann“, erklärt Riny van de Zanden. 
 
Riny van de Zanden ist bereits über 40 Jahre in diesem Bereich tätig. Gemeinsam mit einem Kompagnon leitet er De Koornbeemd. Beide haben ihre eigene Expertise, einer auf dem Gebiet der Kulturbautechnik, der andere im Tiefbau. Das macht De Koornbeemd zu einem breit einsetzbaren Unternehmen. Führend in der Region, mit 25 Festangestellten und darüber hinaus noch 25 bis 30 Zeitarbeitskräften.
 

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Topics: Propan, Unkrautbekämfpung, glyphosat

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