Expertenartikel: Neue Generation der Autogasanlage gewinnt Vorsprung vor der Blauen Plakette

Nach über 10 Jahren Erfahrung, Entwicklung und Weiterentwicklung sind die Kinderkrankheiten überwunden. Nun ist die Autogasanlage dazu bereit, ihre Rolle als umweltfreundliche Alternative zu übernehmen. Eine Alternative, die auch die Anforderungen der Blauen Plakette erfüllt und somit perfekt ins Zukunftsbild passt. Nahezu jeder Benzin-Direkteinspritzer kann mit dieser Anlage umgerüstet werden und eine Feinstaubreduktion von 99 % erreichen. Warum fahren wir dann nicht schon lange damit? Expertenartikel: Im Gespräch mit Holger Becker, Visionär und Erfinder einer neuen Art der Autogasanlage.

Die Frage lautet nicht, ob die Blaue Plakette in ganz Deutschland eingeführt wird, sondern wann das geschehen wird. Das vergangene Jahr stand im Zeichen von juristischen Diesel-Urteilen und damit auch im Zeichen der Frage, ob das Diesel-Fahrverbot in diversen deutschen Städten eingeführt wird oder nicht. Im kommenden Jahr werden noch viel mehr Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität ergriffen und die Bestimmung von Umweltzonen im großen Stil lässt sich nicht vermeiden. Wenn ein Fahrzeug die erforderliche Euro-Klasse nicht erfüllt, bekommt es keine Blaue Plakette. Und ohne Blaue Plakette darf man damit nicht in den städtischen Umweltzonen fahren. Das gilt wohlgemerkt nicht nur für Dieselfahrzeuge. Auch jede Menge aktueller moderner Benziner befinden sich in der Gefahrenzone.

Holger Becker bestätigt, dass viele Autofahrer sich nicht darüber im Klaren sind, dass auch sehr viele Benziner die Anforderungen der festgelegten Euro-Klassen demnächst nicht mehr erfüllen. „In allen grundsätzlichen Aussagen steht, dass ein Benzin-PKW mit Direkteinspritzung erst dann eine Blaue Plakette erhält, wenn das Fahrzeug den Klassen Euro 6c und 6d-TEMP entspricht. Wenn es mit einem Otto-Partikelfilter nachgerüstet wurde, dann ist das Euro 3-6b. Der Besitzer eines Benziners mit Direkteinspritzung muss also entweder viel Geld (etwa 1.500 Euro) für einen Partikelfilter und einem 3-Wege-Katalysator ausgeben oder er entscheidet sich für den Einbau einer Gasanlage. Eine Gasanlage ist auf den ersten Blick vermeindlich teurer (ca. 2.500 Euro), Gas hat jedoch eine Partikelemission von unter 2 % und wird auch in Zukunft innerhalb der Norm bleiben. Außerdem amortisiert sich ein Autogassytem durch die enorme Ersparnis beim Tanken, ein Partikelfilter nicht! Derzeit werden in Deutschland ca. 3 Millionen solcher Benziner gefahren. Sollten diese nicht umgebaut werden, überschreiten sie die gültigen Normen um mehrere hundert Prozent. Momentan befindet sich die Entwicklung zwar noch in der Prototypen- und Entwicklungsphase, aber es wird so kommen, daß Deutschland eine einheitliche Regelung bekommen wird.”

Die Vergangenheit: gegen Windmühlen kämpfen

„Momentan gibt es auf dem Markt zwei Arten von Autogasanlagen für Direkteinspritzer. Zum einen ein althergebrachtes System, welches das Gas nicht direkt in den Motor einspritzt, sondern traditionell in den Ansaugkrümmer. Zum anderer Systeme, die das flüssige Gas über die Benzin-Hochdruckpumpe direkt in den Motor führen“ erklärt Herr Becker. „Momentan scheint die indirekte Variante besser zu funktionieren. Das ist aber lediglich eine Übergangslösung, die sich aus einigen Problemen in der Direkt-Einspritzer-Technologie aus der Anfangszeit ergeben hat. Die ersten Flüssig-Direkt-Systeme auf dem Markt (ab 2010) waren nicht gerade ein Erfolg. Jeder, der sie ausprobierte, hatte mit technischen Problemen zu kämpfen. Es war ein Kampf gegen Windmühlen. Aus diesem Grund haben wir 2015 auch alles fallen lassen und wieder ganz von vorn angefangen. Und zwar mit der Entwicklung einer neuen Anlagenart, die den technischen Problemen ein Ende machte. Die Idee dazu hatte ich schon in 2010“

Hochdruckpumpe, Injektoren und Gaskreislauf

„Als Allererstes haben wir erkannt, daß wir das Gas nicht durch die fahrzeugeigene Hochdruckpumpe leiten dürfen” fährt Herr Becker fort. „85 % der Probleme hatten mit der Hochdruckpumpe zu tun. Probleme mit der Schmierung und der Montage einer Rückführungsleitung gibt es jetzt nicht mehr, und zwar aus dem ganz einfachen Grund, dass die Hochdruckpumpe unverändert weiterhin Benzin fördert. Das unter Hochdruck stehende Benzin wird aber nun nicht in den Motor eingespritzt, sondern an den sogenannten Medienwandler weitergegeben. Die Pumpe läuft auch weiterhin mit Benzin, bleibt somit in der Werksgarantie, und das altbekannte Problem der Dampfblasenbildung ist auch gleich vom Tisch.”

„Ein zweites wichtiges Problem, das jetzt gelöst ist, ist die Undichtheit der Injektoren. Die Spitze eines Benzininjektors ist nach einiger Zeit nicht mehr vollkommen dicht. Für Benzin kein Problem, Gas erfordert unter hohem Druck jedoch eine stärkere Abdichtung. Das Problem ist für den Fahrbetrieb irrelevant, aber es gab hier nach längerer Standzeit immer wieder Startprobleme durch die Gasanreicherung im Brennraum. Da die Zufuhrleitung im neuen System beim Ausschalten des Motors mit einer sehr kleinen Menge Benzin gespült wird, bleibt kein Gas mehr in den Injektoren zurück. Dieses Problem ist damit gelöst. Außerdem können hierdurch keine Dampfblasen in der Leitung entstehen. Auch das Rückschalten auf Benzin, was in der Vergangenheit nie zuverlässig funktionerte, wurde so simpel vereinfacht, daß nun bei Ausfall des Gassystemes oder leerem Gastank das System einfach und ohne jeden Umschaltvorgang auf Benzin weiterfährt. Das geschieht sogar nahezu unbemerkt, wird aber akustisch signalisiert.“

Autogas als Alternative: die Angst vor dem Unbekannten

Im April 2016 ist das System zum Patent angemeldet worden. Die Praxistests beweisen, dass es problemlos funktioniert und daß es das Potenzial hat, zu der absoluten Alternative zu werden, die wirklich gut für die Umwelt ist. Warum ist die Politik dann noch so zurückhaltend, wenn es um Autogas geht? „Das geschieht nicht bewusst”, sagt Herr Becker. „Es gibt einfach keine Lobby dafür. Und zwar deshalb, weil man in der Autoindustrie verschiedene Vorstellungen über Autogas hat. Die vielen Probleme in der Vergangenheit haben den Ruf versaut. Im Endeffekt ist es an einem passenden System gescheitert.”

Autogas, Erdgas, elektrisch fahren: Was ist der Kraftstoff der Zukunft?

Es ist kein Geheimnis, dass Holger Becker ein großer Befürworter von Autogas ist. Warum fahren wir seiner Meinung nach aber nicht mit Erdgas, elektrisch oder vielleicht sogar mit Wasserstoff in die Zukunft? „Autogas und Erdgas sind für die Umwelt fast gleich gut. Der Unterschied liegt darin, daß Autogas ein Erdölprodukt ist, mit einem Tankdruck von 2 – 8 Bar. Erdgas hingegen erfordert einen viel größeren Tank zur Aufbewahrung und hat einen Druck von 200 Bar. Es ist fraglich, ob der normale Autofahrer mit 200 Bar im Tank herumfahren will. Hinzu kommt, dass Propan bei einer eventuellen Leckage deutlich sicherer ist als Erdgas.” An Autogasunfällen sind in der Vergangenheit zumeist Erdgasfahrzeuge beteiligt gewesen. Die Politik ermuntert zum elektrischen Fahren. Wenn es um die Umwelt geht, ist das doch eine wunderbare Alternative? Herr Becker ist anderer Meinung. Lachend sagt er: „Ich habe Probleme mit meinem Taschenrechner. Jedes Mal, wenn es darum geht, funktioniert er anders als die von unseren Politikern. Ich bin überzeugt, dass wir nie mehr als 5 % elektrische Autos sehen.“

Wasserstoff liegt voll im Trend: Ist das eine Alternative?

„Die Sache mit dem Wasserstoff hat mehr als nur einen Haken. Der Bau einer Tankstelle für Wasserstoff kostet zum Beispiel etwa 3 Millionen Euro. Das liegt daran, dass die Produktion und Distribution von Wasserstoff auf dem Sicherheitsniveau eines Druckkraftwerks stattfinden müssen. Die heutigen Tankstellen wurden in vielen Fällen mit Subventionen gebaut. Auch der Verbraucher hat noch Bedenken. Man darf nicht vergessen, dass Wasserstoff einen Druck von 700 Bar hat. Damit will man nicht unbedingt herumfahren. Vor langer Zeit (Red.: schon 1957!) hat Ford das Nucleon-Auto entworfen, ein Konzeptmodell eines Autos, das über einen Kernreaktor betrieben werden sollte. Besonders umweltfreundlich, große Reichweite. Aber niemand will mit einer potenziellen Bombe herumfahren. Die Idee wurde letzten Endes nicht auf den Markt gebracht. Aus technischer Sicht ist viel möglich, aber wie weit holt die Realität uns ein? Dieses Spannungsfeld wird immer fortbestehen und die Zukunft bestimmen“, so Herr Becker.

Wünschen Sie ehrliche Informationen und einen fairen Preis?

Unsere Berater informieren Sie gerne über die Lösung, die am besten zu Ihrer Situation passt.

Author avatar
admin
https://www.jewagas.com