Eine kurze Zusammenfassung zur Propangewinnung (und warum das eine nachhaltige Alternative ist)

Geschrieben von Jeroen van den Bos am 10. Januar 2019

Deutschland verfügt über ein sehr umfangreiches Erdgasnetzwerk, an das der Großteil aller Haushalte und Unternehmen angeschlossen ist. In den eher abgelegenen und ländlichen Außenbereichen sind jedoch nach wie vor Zehntausende Häuser zu finden, die kein Erdgas haben. Und trotz der ständig wachsenden Beliebtheit der Sonnen- und Windenergie sowie anderer Alternativen wird in diesen Häusern oftmals Propan zum Heizen, Kochen und zur Warmwasserbereitung genutzt. Eine umweltbewusste Entscheidung. Warum? Das hat mit der zugrunde liegenden Gewinnungstechnologie zu tun. In diesem Blog erfahren Sie mehr dazu.

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Vom Rohöl zum Kohlenwasserstoff

Propan ist ein von Erdöl oder Erdgas abgeleitetes Produkt. Es kann auf verschiedene Arten gewonnen werden. Zum Beispiel an Lagerstätten von rohem Erdöl, indem man die darin vorkommenden Gase abtrennt, oder in Erdgasbohrlöchern, in denen das Gas getrocknet und von den schwersten Bestandteilen getrennt wird, oder auch in Erdölraffinerien, und zwar durch Destillation. Rohes Erdöl wird auf der ganzen Welt aus Ölbohrlöchern geholt. In der Urform entsprach der Destillationsprozess von Erdöl dem Destillieren von Alkohol. Das Ziel war die Gewinnung von Kerosin/Petroleum. Was übrig blieb, wurde nicht weiter fraktioniert (destilliert), sondern als Brennstoff verkauft (Gasöl). Da Brennstoff in Europa knapp und teuer war, wurde die Technik zu einem kontinuierlichen Prozess weiterentwickelt. In diesem Prozess wird das rohe Erdöl einer Reihe von Destillationen unterzogen, bei denen jeweils die schwersten Fraktionen (Stoffe) abgetrennt werden. Jeder Stoff hat einen eigenen Siedepunkt. Das Öl wird auf ca. 400 °C erhitzt und in einen Destillationsturm geleitet. Hier steigen die Dämpfe auf und werden gleichzeitig gekühlt. Die schwersten Stoffe haben einen hohen Siedepunkt und kondensieren als Erste. Die leichteren Stoffe haben einen niedrigen Siedepunkt und steigen auf. Die gasförmigen Kohlenwasserstoffe, die im Erdöl aufgelöst waren, bleiben gasförmig und kommen bis zur Oberseite des Turms. Propan gehört zu dieser Gruppe gasförmiger Kohlenwasserstoffe.

Reinheit
Propan wird erst unter Druck flüssig. Es wird von der Ölraffinerie oder Gasfabrik aus zu den lokalen Lagerterminals transportiert. Von dort aus findet der Transport zum Propangasanbieter statt, der dafür sorgt, dass es zum Endverbraucher gelangt. Beim Destillieren kann es zu Verunreinigungen mit anderen gasförmigen Kohlenwasserstoffen kommen, die denselben Siedepunkt haben. Auch beim Transport in Tankwagen kann das Propan durch Reste voriger Ladungen verschmutzt werden. Als sog. Handelspropan bezeichnen wir deshalb ein Produkt, das hauptsächlich aus Propan und Propen besteht und geringe Mengen Ethan, Butane und Butene enthält. Für Handelspropan wird eine Reinheit von 94 % garantiert. Mit dieser zulässigen Grenze lassen sich Probleme vermeiden, zum Beispiel bei der Einstellung von Heizkesseln.

Propan: ein sauberes Gas
Gasförmige Brennstoffe wie Propan sind intrinsisch weniger verunreinigend als flüssige Brennstoffe. Der CO2- sowie der Schwefelausstoß sind bedeutend niedriger, NOx ist beträchtlich reduziert und die Feinstaubemission ist zu verwahrlosen. Propangas wird nahezu vollständig im Kessel verbrannt und verursacht dadurch weniger Treibhausgas. Es ist nicht giftig und ruft keine Boden- oder Wasserverschmutzung hervor. Das Gas ist biologisch abbaubar und löst sich einfach in nichts auf. Aus diesem Grund darf Propan auch in Natur- und Wassergewinnungsgebieten verwendet werden.
 
Propan: eine alternative und ergänzende Energiequelle
Solange auf der Welt Erdölprodukte verwendet werden, bleibt Propan als Nebenprodukt bestehen. Und solange ist es gut für die Umwelt, wenn wir Propan als Energiequelle nutzen. Dabei sollten wir auch diejenigen Haushalte nicht vergessen, die in den kommenden Jahrzehnten vom Erdgas getrennt werden. Hier kann Propan den Wärmebedarf vorübergehend erfüllen und somit die Energiewende unterstützen. Darüber hinaus kann Propan den Spielraum bieten, den das flexible Elektrizitätsangebot erfordert. Während die Leistung der Batterien nicht ausreicht, um die nachhaltig erzeugte Energie für längere Zeit zu speichern, bietet Propan eine kosteneffektive Lösung zum Ausgleich saisonaler Schwankungen.
 
Erfahrungen der Kunden

 

Topics: Propan, Flüssiggas, gas, brennstoff, Kohlenwasserstoff

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